Geschichte

Das Wahrzeichen der intakten ländlichen Gemeinde ist das Wasserschloss mit seinen mächtigen Zwiebeltürmen, das heute traditionsreiche Geschichte mit praktischer Nutzung verbindet. Weitere Bauzeugen aus dieser Zeit sind auch die Zehntscheune (heute Kindergarten), das Brau- und Kelterhaus und das alte Forsthaus.

Aber schon viel früher gab es hier eine Ansiedlung. Reste einer Befestigungsanlage oberhalb des Dorfes, Funde (ca. 2.500 v. Chr.) und Hügelgräber beweisen es. In einer Urkunde Kaiser Arnulfs von Kärnten wird Thundorf am 01.12.889 erstmals genannt. Rupert von Thundorf war 1104 – 06 Bischof von Würzburg.

Auf dem Burgberg oberhalb des Ortes, nahe dem Friedhof, finden sich noch heute Überreste der Wallanlagen der ehemaligen Burg, die um Mitte des 12. Jahrhunderts unter dem Rittergeschlecht von Thundorf errichtet wurde. Die beiden Linden hinter dem Friedhof, dort stand früher auch eine Bergkirche, sollen 700 Jahre alt sein.

Die Ganerbenburg bewohnten im 14./15. Jahrhundert die Herren von Schaumberg. Nach deren Zerstörung im Bauernkrieg bauten sie das Wasserschloss im Tal. Von der geplanten 4-türmigen Anlage wurde nur der Westflügel mit zwei kuppelgekrönten Ecktürmen realisiert.

1676 brachten Plünderungen im 30-jährigen Krieg die Herren vom Schaumburg in solche Finanznöte, dass sie ihren Besitz für 57.000 rheinische Taler dem Geschlecht derer zu Rosenbach verkauften. Dazu gehörten nicht nur Schloss, Untertanen und rechte, sondern die ganze Markung Thundorf und die Dörfer Rothhausen und Theinfeld.

Als 1806 das Rosenbach`sche Geschlecht männlicherseits ausstarb, erklärt der Großherzog von Würzburg das Burggrafentum Thundorf, das inzwischen Würzburger Lehen war, als vermannt und anheim gefallen. 700 Morgen Land wurden unter den Bauern aufgeteilt, 750 ha Wald fielen an das Fürstbistum. Das Schlossgut wurde verkauft. Da die letzten Dorfherren katholisch waren, wurde Thundorf größtenteils wieder katholisch und Sitz der Pfarrei.

Seit dem Jahre 1816 befindet sich im Wasserschloss die katholische Pfarrkirche „St. Laurentius“. Ein Um- und Erweiterungsbau schloss erst 1977 das Viereck und beherbergt seitdem eine Taufkapelle mit sehr interessanter Wandmalerei.

Die alte, heute evangelische Kirche wurde 1727 auf einer Anhöhe in der Ortsmitte errichtet. Der Turm ist wesentlich älter.

Durch Stiftung des Münnerstädter Amtmanns Sylvester von Schaumberg wurde 1520 in der

Vogtei als kleines Gegenstück zum Wiener Theresianum eine Ritterschule eingerichtet, die bis zum 30-jährigen Krieg bestand.

In der Lindenstraße findet man zwei schöne Fachwerkhäuser, am Haus Nr. 11 sehr gut erhaltene Holzschiebefensterläden.

Phantasievolle Skulpturen sind im Garten des Hobby-Künstlers Anton Weisensee in der Weichtunger Str. 3 zu bewundern.

Zur Gemeinde Thundorf i.UFr. zählen seit der Gemeindegebietsreform im Jahre 1978 die Gemeindeteile Thundorf, Rothhausen und Theinfeld mit heute ca. 1.250 Einwohnern. In der Gemeinde prägen und bereichern zahlreiche aktive Vereine das Ortsgeschehen. Die aufgeschlossenen Bürger haben sich eine natürliche Gastfreundlichkeit erhalten, die Gäste sofort als sehr angenehm empfinden.

Besichtigen Sie die gut erhaltenen historischen Gebäude und erfahren sie bei einem gemütlichen Plausch, wie angenehm das leben auf dem Lande ohne  städtische Hektik ist. Jährlich locken Veranstaltungen, vor allem das Pfarrfest mit seiner attraktiven Schloss- und Seebeleuchtung, das Hausbrauerfest mit dem unverwechselbaren Thundorfer Hausbrauerbier oder die Thundorfer Theatertage unzählige Gäste aus nah und fern nach Thundorf.

Thundorf eignet sich als ideale Station für Radwanderer auf halber Strecke des Karolinger Radweges zwischen Münnerstadt und Bad Königshofen.

Maßbach, Stadtlauringen und das Kloster Maria Bildhausen liegen nur wenige Kilometer von Thundorf entfernt.

 

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